Was Du für eine Hypnosetherapie wissen musst

Ich möchte mit Dir mit diesem Text ausführlich erklären, was Hypnose ist und was Du alles zu einer Hypnosetherapiesitzung und deren Ablauf wissen musst. Bitte nimm Dir die Zeit all Deine Fragen aufzuschreiben, damit wir diese vor einer Sitzung auch besprechen und beantworten können. Es gibt keine dummen oder falschen Fragen zu diesem Thema. Mir ist wichtig all deine Zweifel, Fragen und Bedenken auszuräumen. Denn nur wer keine Angst vor Hypnose hat, kann auch in Hypnose gehen. Bei diesem Text handelt es sich um das Grundgerüst, welches bei jedem Vorgespräch erklärt wird. Alles was Du liest wirst Du in ähnlicher Form auch im Hypnosevorgespräch erklärt bekommen. Zur Vorbereitung auf Deine Hypnosesitzung kannst Du es natürlich jetzt schon lesen und ich verspreche Dir danach weisst Du schon sehr viel über Hypnose, wie sie funktioniert und was es dabei zu beachten gilt.

Damit Du verstehst, wie Hypnose funktioniert, ist es wichtig, dass Du zuallererst verstehst, wie unser Verstand und unser Geist funktionieren. Wir machen uns meist keine Gedanken, wie unser Hirn funktioniert, nun ist es an der Zeit dazu.
Der Geist, der Verstand eines jeden Menschen ist in 3 verschiedene Teile unterteilt. Jedes dieser Teile hat seine eigenen Aufgaben und ist auf seine Art und Weise wichtig. Durch ihre starken Unterschiede haben sie jedoch manchmal Schwierigkeiten in der direkten Beziehung zueinander und damit auch in ihrer Kommunikation untereinander. Ich möchte Dir nun diese einzelnen Teile genauer erklären.

Zuerst haben wir das Bewusstsein. Dieser Teil ist zum Beispiel während eines Gesprächs der aktivste. Unter dem Bewusstsein befindet sich das Unterbewusstsein. Noch tiefer sitzt das Unbewusstsein. Für die Hypnosetherapie können wir das Unbewusstsein in den Hintergrund stellen. Es hat die unbewussten Körperfunktionen unter sich, wie das Atmen, den Herzschlag, die Verdauung oder das Immunsystem. Diese Funktionen sind für den Körper sehr wichtig, in der Hypnose aber eher zweitrangig.

Im Bewusstsein verbringen wir die meiste Zeit. Trotzdem hat es nur vier grundsätzliche Aufgaben. Die erste Funktion ist die Analyse. Was bedeutet das denn genau? Das Bewusstsein schaut sich ein Problem an und analysiert es gleichzeitig mit dem Ziel, das Problem zu lösen. Es ist auch der Teil unseres Verstandes, der die Entscheidungen trifft. Das betrifft auch Entscheidungen, die wir als automatisch erachten, es aber nicht sind, wie zum Beispiel: «Soll ich abschliessen?», «Soll ich das Wasser aufdrehen?» oder «Soll ich meine Jacke zu machen». Wir glauben, dass dies automatische Funktionen sind, aber unser Bewusstsein muss sich jedes Mal von neuem dafür oder dagegen entscheiden. Dies geschieht jedoch, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind.

Die zweite Aufgabe unseres Bewusstseins ist unsere Ratio. Dieser Teil bereitet uns ab und zu Probleme. Das Rationelle muss uns einen Grund liefern, warum wir uns wie entscheiden. Es ist ein Teil unserer Natur, dass wir uns nervös, unruhig oder frustriert fühlen, wenn uns ein klar ersichtlicher Grund für unser Handeln fehlt. Hält ein solcher Zustand zu lange an, kann dies zu schwerwiegenden mentalen Problemen führen. Das einzige Problem, dass hier jedoch auftritt, ist, dass unser Verstand uns selten den wahren Grund für unser Verhalten offenbart.
Ein einfaches Beispiel: Der Raucher raucht, weil es ihn entspannt und oder beruhigt. Das Problem mit dieser Erklärung ist, dass sie nicht ursprünglich ist. Bevor es zur Gewohnheit wurde, war es schliesslich nicht so.
Das Problem dieser Argumentationskette ist, dass wir sie verstehen und deswegen glauben zu wissen warum Menschen rauchen.
Normalerweise fingen Raucher mit dem Rauchen an, weil sie zu einer Gruppe gehören und ihr Sicherheitsgefühl befriedigen wollten. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Normalerweise erhalten wir alle die Sicherheit, die wir brauchen, wenn wir in einer gut funktionierenden Familie aufwachsen. In der Pubertät fangen wir jedoch an unsere Eltern immer mehr in Frage zu stellen. Auf einmal sind sie nicht mehr so allwissend, intelligent und überlegen, so können sie einem auch nicht mehr die gleiche Sicherheit vermitteln, wie früher. Wir suchen neue Sicherheit, indem wir versuchen zu einer Gruppe dazuzugehören. Einige dieser Gruppenmitglieder rauchen, andere nicht.
Wenn wir das Gefühl haben, nicht zu dieser Gruppe zu gehören, agiert unser Unterbewusstsein auf eine sehr interessante Weise. Schliesslich muss es uns vor Gefahr schützen und keine Sicherheit zu bekommen stellt eine grosse Gefahr für uns dar. Nun wird deshalb angenommen, dass Raucher akzeptiert sind, dazugehören und sich deshalb sicher fühlen müssen. Geschieht dies wird die offerierte Zigarette beim nächsten Mal angenommen. Sofort wird man sich unterbewusst als Teil der Gruppe fühlen, was das Sicherheitsbedürfnis wiederum befriedigt.
Dies ist einer der relevantesten Gründe warum Menschen mit dem Rauchen anfangen. Es ist also nicht so, dass man raucht, weil es einen beruhigt, wie es unser Bewusstsein uns suggeriert, sondern weil es unser Sicherheitsbedürfnis befriedigt.

Der nächste Teil unseres Bewusstseins ist die Willenskraft. In diesem Wort sind zwei Wörter versteckt. Der Wille und die Kraft. Wir alle wissen, dass Kräfte immer endlich sind. Wollen wir also etwas mit unserem Willen verändern, geht dies immer so lange gut, wie unser Wille nicht geschwächt wird. Geschieht, dies fällt die Kraft in sich zusammen und wir fallen zurück in alte Gewohnheiten, die mit weniger Anstrengung verbunden sind und uns somit weniger Kraft kosten.

Der letzte Teil unseres Bewusstseins ist das Kurzzeitgedächtnis, das «Arbeitsgedächtnis» unseres Bewusstseins. Hier ist alles abgespeichert, was wir täglich oder kurzzeitig brauchen, um durch den Tag zu kommen.

Unser echtes Ich ist jedoch ein Level unter dem Bewusstsein zu finden, im Unterbewusstsein. Es ist extrem stark und einflussreich. Es kann einem zu allem machen, was man sich wünscht oder sein möchte. Reich, berühmt, dick, dünn, glücklich, traurig – das echte Ich eben. Das Unterbewusstsein funktioniert ähnlich wie ein Computer. Wie ein Computer funktioniert das Unterbewusstsein anhand einer, resp. mehrerer Programmierungen. Wird ein Programmierung auf einem Computer durch eine neue Programmierung ersetzt, kann der Computer nicht mehr auf die alte Programmierung zugreifen, sondern nur noch auf die neue. Genauso funktioniert unser Unterbewusstsein. Unser ganzes Leben lang programmieren wir unser Unterbewusstsein, meist ganz unbewusst durch Lebenserfahrungen. Jeden Tag ab unserer Geburt, werden neue Programme auf unseren Computer geladen. Hierbei gibt es jedoch eine primäre Regel: «Es muss uns zu der Art Mensch machen, für welchen er uns hält.» Dies alles geschieht immer auf bereits vorhergegangenen Programmierungen. Dies bedeutet, dass wenn unsere bisherige Programmierung uns vorgibt, dass wir dick sind, dann sind wir dick. Das Unterbewusstsein addiert alle Programme zusammen und bildet sich eine Meinung über uns.

Doch aus was setzt sich dieser Computer denn zusammen? Zum einen ist da unser Gedächtnis, um genauer zu sein unser Langzeitgedächtnis. In unserem Langzeitgedächtnis ist alles abgespeichert, was wir je erlebt haben. Anders als wir denken, vergisst unser Unterbewusstsein nichts. Wir können nur nicht auf alle Erinnerungen und Erlebnisse bewusst zugreifen.
Hier kann uns die Hypnose weiterhelfen. Da wir in Hypnose nicht mit unserem Bewusstsein, sondern unserem Unterbewusstsein arbeiten, können wir, wenn nötig, auf alles zugreifen. Wir können in der Zeit zurückreisen und uns der Gedächtnisdatenbank unseres Unterbewusstseins bedienen. Hierbei handelt es sich jedoch um viel mehr, wie eine Erinnerung abzurufen. Wir können Ereignisse, wie unseren Geburtstag oder den ersten Schultag, erneut durchleben. All das hast Du sogar schon mehrfach erlebt. Wer kennt es nicht: Es steigt einem ein Duft in die Nase und plötzlich ist man wieder bei Grossmutter in der Küche und isst sein Lieblingsgericht.

Eine weitere Programmierung, die unser Unterbewusstsein aufweist, ist die Gewohnheit. Es gibt nur 3 Arten von Gewohnheiten. Es gibt positive und negative Gewohnheiten. Die meisten unserer Gewohnheiten sind aber weder positiv noch negativ, sondern einfach nur nützlich. Wir sind beispielsweise nicht ratlos, wenn unser Telefon klingelt, sondern wir gehen einfach ran, ohne dass wir darüber nachdenken müssen.

Die dritte Programmierung unseres Unterbewusstseins ist die Emotion. Emotionen sind etwas sehr Wertvolles und wir wollen nicht ohne sie sein. Vor allem über positive Emotionen wie Liebe, Glück und Zuneigung freuen wir uns. Doch manchmal bringen uns Emotionen in schwierige Situationen. Denn das Bewusstsein kann nichts mit Emotionen anfangen, es gehört schliesslich auch nicht zu seinen Aufgaben. Jedes Mal, wenn Emotionen ins Spiel kommen, gerät das Bewusstsein in den Hintergrund, was dazu führt, dass wir nach unserem irrationalen, jugendlichen, aber auch intelligenten Unterbewusstsein handeln.
Wir alle hatten schon diverse Situationen in unserem Leben, in denen wir extrem emotional reagiert haben. Ist die Situation wieder vorüber und unser Bewusstsein hat wieder die Kontrolle über uns fragen wir uns meist, warum wir so reagiert haben. Halten unsere Reaktion für übertrieben oder gar überflüssig. Dem Unterbewusstsein jedoch hat es richtig gutgetan.

Die vierte und auch wichtigste Aufgabe des Unterbewusstseins ist der Selbstschutz. Es muss uns gegen Gefahr schützen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der Gefahr um eine echte, reelle oder nur eingebildete Gefahr handelt. Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen eingebildet oder nicht. So ist etwas, das für das Unterbewusstsein vermeintlich eine Gefahr darstellt für uns immer real, auch wenn es dies gar nicht ist.

Der letzte Bestandteil unseres Unterbewusstseins ist ein sehr negativer Aspekt. Trotz seiner Stärke ist das Unterbewusstsein unglaublich faul, bequem und träge. Alles was mit Arbeit und Aufwand verbunden ist wird nicht gerne erledigt. Auch wenn wir es uns Wünschen oder vornehmen werden positive Veränderungen nur sehr ungern umgesetzt, denn Veränderungen sind mit Arbeit verbunden. Das Unterbewusstsein bleibt lieber, wie es ist. Positive Suggestionen sind deswegen, wenn sie nicht der Vorprogrammierung entsprechen, äusserst schwierig zu platzieren. Gleichzeitig gehen negative Suggestionen, die die Vorprogrammierung bestätigen, wie ein heisses Messer in Butter, ins Unterbewusstsein. Dies geschieht, weil Suggestionen, die die Vorprogrammierung bestätigen kein Aufwand bedeutet. Somit werden vorhandene Programmierungen auch automatisch wieder bestätigt, wohingegen neue positive Suggestionen es sehr schwer haben sich festzusetzen.
Wie bekommen wir denn unter diesen Voraussetzungen positive Suggestionen in unseren Verstand hinein? Wichtig für Dich ist hierbei zu wissen, dass wenn eine positive Idee in Dein Unterbewusstsein Einlass erhält, dass dieses neue Konzept unbedingt akzeptiert werden muss. Nur so verändert sich die Programmierung und der innere Verstand muss auf die Umprogrammierung reagieren. Das liest sich hier so sehr einfach, ist es aber leider nicht.
Ich werde es Dir aber wieder am Beispiel Raucher erklären.
Wenn Du entscheidest mit dem Rauchen aufzuhören. Wird dein Bewusstsein, dies sofort akzeptieren und umsetzen. Es hat den glauben daran, dass es funktioniert und wird sofort mit der Umsetzung beginnen. Damit aber diese Veränderung tatsächlich Fuss fassen kann, muss dieser Gedanke tief in unserem Innern, in unserem Unterbewusstsein verankert werden. Hier kommt das Problem ins Spiel.

Es gibt einen Teil unseres Bewusstseins, den ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe. Dieser Teil ist ein «Angestellter» des Unterbewusstseins. Dieser Angestellte nennt sich «Der kritische Faktor». Er hat nur eine einzige Aufgabe. Seine Aufgabe besteht darin alles was zu Veränderungen führt oder führen könnte zu stoppen und zu vernichten. Er ist der Türsteher oder die Firewall zum Unterbewusstsein. Dieser Türstehen ist für das Unterbewusstsein sehr wichtig, denn wir wissen, alles was einmal ins Unterbewusstsein gelangt wird dort verankert, umgesetzt und bewahrheitet sich dementsprechend. Natürlich ausser der Selbstschutz des Unterbewusstseins schaltet sich ein, dies ist jedoch ein Notfallprogramm und keine aktive Firewall. Nun geschieht etwas, von dem wir noch nicht wissen, auf welche Art und Weise es geschieht nur, dass es so ist. Unser Bewusstsein sendet die Suggestion zur Veränderung an unser Unterbewusstsein. Die Suggestion wird vom Kritischen Faktor abgefangen und geprüft. Passt die Suggestion zu den vorhergehenden Programmierungen wird ihr Einlass ins Unterbewusstsein gewährt. Handelt es sich bei der Suggestion jedoch um eine Veränderung, wird der Kritische Faktor, der ja dem Unterbewusstsein unterstellt ist, die Suggestion ablehnen. Aus dem einfachen Grund, dass diese Suggestion für das Unterbewusstsein Arbeit und Aufwand bedeuten würde. Unser Unterbewusstsein hat jahrelangen Aufwand in unsere Programmierungen investiert und wird diese nicht einfach so aufgeben. Gelangt eine Suggestion jedoch ins Unterbewusstsein wird sie automatisch angenommen und bewahrheitet sich. Es ist also nicht, das Unterbewusstsein selbst, das Problem, das umgangen werden muss, sondern der kritische Faktor, der im Auftrag des Unterbewusstseins handelt. Der kritische Faktor vernichtet eine Suggestion, die nicht eingelassen wird oder sendet sie weiter an den Willen des Bewusstseins. Wie wir Eingangs aber schon erfahren haben, ist die Kraft unseres Willens endlich und so wird sie sich irgendwann dem Ende neigen.

Wie bekommen wir nun also die gewollten positiven Suggestionen in unser Unterbewusstsein? Ganz einfach: Mit Hypnose. In Hypnose umgehen wir den Kritischen Faktor, des Unterbewusstseins. Wir lenken ihn ab, beschäftigen ihn anderweitig, damit wir vollkommen, ohne Barriere mit dem Unterbewusstsein kommunizieren können. Das ist jedoch nicht alles, was in Hypnose geschieht. Denn wäre dies so, wären gewisse Gerüchte zur Hypnose, wie zum Beispiel, dass man völlig ausgeliefert ist, sogar war. Aber in dem Moment, in dem wir den Kritischen Faktor umgangen haben, geschieht Folgendes: Wir gehen in eine sehr tiefe Stufe der Hypnose, in den Somnambulismus.

Wenn Du nun im Somnambulismus bist, ist das sicherlich ganz anders, wie Du dies erwartet hast. In einer Entspannungshypnose ist der Körper sehr entspannt, das Bewusstsein jedoch, ist hellwach. Je tiefer in wir Hypnose gehen, desto wachsamer wird das Bewusstsein. All unsere Sinne sind in der Hypnose viel geschärfter als im Bewusstseinszustand. Der grosse Unterschied ist, dass das Bewusstsein in Hypnose nicht mehr selbst auf dem Spielfeld steht, sondern sich in den Zuschauerrängen befindet, wo es alles ganz genau verfolgt.
So schläfst Du in Hypnose nicht, sondern bist sogar noch viel wacher und aufmerksamer als je zuvor in Deinem Leben. Dein Bewusstsein wird also auch jede Suggestion hören und wahrnehmen. Auch wenn diese an dein Unterbewusstsein gerichtet sind. Nun ist es wichtig, dass Du weisst, dass bei jeder Suggestion, die Du hörst, eine Entscheidung zu treffen ist. Normalerweise trifft das Bewusstsein diese Entscheidung ohne, dass Du es unbedingt bemerkst, aber es ist wichtig, dass Du dies verstehst. Es gilt herauszufinden, wie Du zu dieser Suggestion stehst. Denn auch wenn wir mit dem Unterbewusstsein kommunizieren wollen und den Kritischen Faktor abgelenkt haben wird das Bewusstsein, sollte es die Suggestion nicht mögen, diese nicht ins Unterbewusstsein lassen. Wenn das Bewusstsein die Suggestion nicht mag, wird es von den Zuschauerrängen aufstehen und die Suggestion stoppen, bevor sie ins Unterbewusstsein gelangen kann.
Es gibt vier mögliche Entscheidungen, die das Unterbewusstsein zu einer Suggestion treffen kann. Es ist wichtig für Dich zu wissen, dass Du diese Entscheidung auch bewusst steuern kannst. Dafür musst Du die 4 Möglichkeiten kennen. Die Erste Möglichkeit ist, wenn Du die Suggestion hörst und sagst: «Ok, ich mag diese Suggestion und ich weiss, sie wird funktionieren». Diese positive Einstellung führt dazu, dass die Suggestion ins Unterbewusstsein gelassen wird und die gewünschte positive Veränderung beginnt. Leider gibt es noch drei weitere Entscheidungsmöglichkeiten (Wir lassen hier die Möglichkeit, dass du eine Suggestion gar nicht mögen könntest bewusst weg, da es unser höchstes Ziel ist Dir nur sympathische Suggestionen zu geben). Bei der nächsten Möglichkeit löst die Suggestion vielleicht nur eine kleine Unsicherheit aus, es kann sein, dass Du diese nicht einmal richtig bemerkst. Es ist in etwa so, als würde man in einem Geschäft, ein wunderbares Paar Schuhe sehen und man will dieses Paar unbedingt haben. Es ist das letzte Paar, dass es noch gibt und es ist genau eine halbe Nummer zu klein. Es passt einfach nicht ganz. Löst die Suggestion nur ein ganz wenig Unwohlsein aus, wird sie vom Bewusstsein nicht ins Unterbewusstsein gelassen, was dazu führt, dass die positive Veränderung nicht eintreten kann. Es kann auch sein, dass Du gegenüber der Suggestion neutral bist. Du hast keine wirkliche Meinung dazu und es ist dir relativ egal ob sie wirklich zutrifft oder nicht. Die Suggestion hat einfach keine Bedeutung. Auch diese Suggestion wird vom Bewusstsein sofort blockiert. Die letzte Entscheidung, die Du treffen kannst, ist die Entscheidung, welche am meisten dafür verantwortlich ist, dass eine Hypnose versagt. Du hörst eine Suggestion und denkst: «Oh, ich mag die Suggestion und ich hoffe wirklich, dass sie funktioniert!» Hoffen ist der Zwillingsbruder von versuchen und verwandt mit probieren und bedeutet sofortigen Misserfolg. Schau einmal ganz ehrlich auf dein bisheriges Leben zurück. Immer wenn du etwas nur versucht hast, ging es schief. Versuchen beinhaltet immer die Möglichkeit zu versagen. Wenn Du Dir aber gesagt hast «Ich mach das jetzt», dann hast Du es auch geschafft. Du warst einfach anders überzeugt von dir selbst und positiver eingestellt. Verwenden wir also Worte wie probieren, hoffen oder versuchen, wird die Suggestion automatisch abgeschmettert. Somit kann auch keine Veränderung stattfinden.

Das einzige Mal, das eine Suggestion also Zutritt zu Deinem Unterbewusstsein erhält, ist wenn du die folgende Wahl triffst: «Ok, ich mag diese Suggestion und ich weiss, dass sie funktioniert!»

Ich werde Dir jetzt noch ein Geheimnis über Hypnose verraten. Es gibt die «Hypnose» gar nicht. Es gab sie nie und es wird sie nie geben. Ich habe schon mit vielen Menschen gearbeitet, aber ich habe noch nie jemanden hypnotisiert.
Es gibt nur eine Form von Hypnose und das ist die Selbsthypnose. Eigentlich bräuchtest Du mich gar nicht, um in die Selbsthypnose zu gehen. Der einzige Grund, warum Du mich brauchst, ist weil Du nicht weisst, wie es funktioniert. Ich kann Dir aber nicht nur helfen in Selbsthypnose zu gehen, sondern ich kann darin für Dich als Tour Guide dienen. Manchmal ist es gar nicht so leicht in Hypnose nicht den Faden zu verlieren und abzuschweifen, also werde ich Dir nicht nur helfen in diesen wunderbaren Zustand zu kommen, sondern dich auch durch diesen führen. Ich werde Dir auch zeigen, wie Du in diesem Zustand bleiben kannst, solange wir an Deinem Thema arbeiten. Es genügt jedoch schon der leiseste Gedanke von Dir, wenn Du aus der Hypnose kommen möchtest, wenn Du diesen herrlichen Zustand doch wieder verlassen möchtest.

Das Allerwichtigste bleibt jedoch, dass Du die erhaltenen Suggestionen mit der richtigen Einstellung («Ich mag diese Suggestion und ich weiss, dass sie funktioniert) akzeptierst, denn nur so kann Veränderung eintreffen. Ich kann Dir eine Suggestion aufzwingen, aber NUR Du kannst die Veränderung zulassen.
Eine Hypnose beruht auf 100% Kooperation durch Dich. Du musst die Dinge zulassen. Jeder Mensch ab einem IQ von 70 ist innert Sekunden hypnotisierbar. Das Einzige was eine Person davon abhalten kann in Hypnose zu gehen ist die Angst vor der Hypnose. Aber auch falsche Vorstellungen von Hypnose können dazu führen, dass jemand nur schwer oder gar nicht in Hypnose geht. Deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mit diversen Vorurteilen aufzuräumen.

Immer wieder glauben Leute, dass man in Hypnose schläft. Das stimmt nicht. Der Verstand ist in Hypnose sogar 2-3 mal aktiver wie normalerweise. Dieser Zustand hat nichts mit Schlaf zu tun, im Gegenteil, man ist sehr aufmerksam und aufnahmefähig.

Wieder andere Behaupten, dass man aus der Hypnose nicht mehr «aufwachen» kann. Und das stimmt sogar, denn aufwachen kann man nur, wenn mach auch schläft! Vielleicht denkst Du Dir jetzt: «Da nimmt es jemand aber sehr genau mit den Worten?!» Das stimmt, Worte sind schliesslich unser Beruf. Um aber den Mythos noch endgültig aufzuräumen. Jeder kann jederzeit wieder aus der Hypnose herauskommen. Der Gedanke daran, nicht mehr in diesem entspannenden und wohltuenden Zustand sein zu wollen genügt, um sich sofort wieder in seinem normalen Bewusstseinszustand zu befinden.

Ein weiterer und für mich der schlimmste Mythos, ist dass ein Hypnotiseur Menschen unter seine Kontrolle bringen kann. Sie willenlos machen kann und sie zu Dingen gegen ihren Willen zwingen kann. Ich bin ehrlich zu Dir: ab und an würde ich mir wünschen, dass das wahr ist, denn es würde meinen 100%-Therapieerfolg für immer und ewig garantieren. Aber wie ich Dir bereits zu den Entscheidungen über die Suggestionen erklärt habe, kann ich Dir nichts aufzwingen. Es ist dein freier Wille, deine Entscheidung, welche Suggestion Du annimmst und welche Du ablehnst. Ich will auch dass Du weisst, dass Du weisst, dass Du ganz allein für den Erfolg verantwortlich bist. Ebenso bist Du allein für das Versagen verantwortlich. Denn alles hängt davon ab, welche Entscheidung Du zur gegebenen Suggestion triffst. Das allein entscheidet über den Erfolg oder aber auch den Misserfolg der Therapie.

Ein Vorurteil, dass auch sehr verbreitet ist, ist dass Du in Hypnose alle deine tiefsten und intimsten Geheimnisse verraten könntest. Auch das ist unmöglich. Falls ich wirklich eine Frage stellen sollte, die Du nicht beantworten möchtest, kannst Du mir das jederzeit sagen. Du könntest mich sogar anlügen. Natürlich rate ich Dir davon ab dies zu tun, aber es ist dir möglich.

Wenn Du diesen ganzen Text sorgfältig gelesen hast, weisst Du bereits alles was Du vor einer Hypnosetherapie wissen musst. Solltest Du jetzt noch Fragen haben, darfst Du mich jederzeit anrufen oder mir schreiben. All das werde ich Dir in einer ähnlichen Form auch noch einmal persönlich erklären. Ich freue mich jetzt schon Dich in unserer Hypnosepraxis begrüssen zu dürfen!

  • Quelle: OMNI Hypnosis Training Center International/HYPNOSE.NET GmbH
    hypnose.net

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